Kieler Woche Pokalturnen 2019

Es sollte das letzte Mal sein, dass unter seiner Regie das traditionelle Kieler Woche Pokalturnen in der Turnhalle des Sportzentrums der Universität Kiel stattfinden sollte. So hatte es der Männerturnwart des TuS Hasseldieksdamm/Mettenhof, die Kieler Turnsprotte, wie er sich manchmal selber nennt, den Seniorenturnern im Land und darüber hinaus schon beizeiten angekündigt. 85 Jahre alt wird er dieses Jahr und hat sich den turnerischen Ruhestand durch alle erlangten Erfolge und Verdienste während seiner aktiven Zeit wahrlich verdient. Es war natürlich eine besondere Verpflichtung für jeden Seniorenturner, diesem letzten Ruf zu folgen und an dem Wettkampf teilzunehmen.

Die Ausschreibung sah Pflichtübungen verschiedenster Schwierigkeitsstufe für unterschiedliche Altersklassen nach den Vorgaben des Deutschen Turnerbundes (DTB) vor. Geturnt wurde in zwei Riegen an den Geräten Boden, Pauschenpferd, Sprung, Barren und Reck. Die beiden Kampfgerichte waren hochklassig besetzt und wiesen zum Teil Erfahrung bis auf Bundesebene auf. Für die zahlreichen interessierten Zuschauer wurde es in dieser besonderen Sportstätte ein interessanter und kurzweiliger Nachmittag. Für die sieben Mettenhofer Turner waren es übrigens gleichzeitig Vereinsmeisterschaften.

 

In der Altersklasse 75+ siegte souverän Hans Riedel (TuS Gaarden), der älteste Teilnehmer (Jg. 1934) und die Mettenhofer Helfried Krause und Hanno Barth (beide Jg. 1942) hatten trotz sehr guter Leistungen das Nachsehen und kamen auf den dritten und vierten Platz.

 

Auch in der Altersklasse 70+ waren mit Jürgen Leistikow und Heinrich Wessels zwei Mettenhofer Turner angetreten. Sie waren nur an 3 Geräten angetreten und kamen auf Platz zwei und drei, den Sieger Jürgen Eiselt vom Möllner SV konnten sie damit nicht gefährlich werden.

 

Klaus Sommerschuh (Jg. 1956) vom TuS H/M blieb in der Altersklasse 60+ in seiner Rolle als Favoritenjäger. Trotz eines virtuosen Abgangs am Reck verschenkte er durch einen Patzer am Pauschenpferd wertvolle Zehntel und musste sich letztlich dem Sieger, Steffen Jeschke (Jg. 1959) vom  TSV Kronshagen knapp geschlagen geben.

 

Sein erfahrener Vereinskamerad Thomas Westphal (Jg. 1964) murmelte dazu nur: „wieder übermotiviert“. Er hatte zusammen mit dem ebenfalls für Mettenhof startenden Dietmar Krause (1968) in der Altersklasse 50+ einen Doppelsieg für den Verein eingefahren. Für den ehemaligen Spitzenturner Dietmar Krause war dies nach einer langjährigen Pause ein erfolgreicher Wiedereinstieg in das Wettkampfturnen, zugleich aber auch ein besonderer Augenblick, stand er doch bei diesem Wettkampf zusammen mit seinem Vater Helfried (s.o.) auf dem Turnboden. Und sein kleiner Sohn, der als aktiver Zuschauer mitgekommen war, erweckte den Eindruck, dass dieser Familie die Turnerei im Blut liegt.

 

Mit Worten der Anerkennung durch den Wettkampfleiter, Urkunde, Silbertrophäen und Kieler Woche Plakette wurden die Wettkämpfer belohnt. Auf mehrere Seniorenturner musste Mettenhof diesmal allerdings leider verzichten, so waren Claus Köhnlein, Helmut Burmeister, Jürgen Finger, Matthias Salomon, Gernot Sirrenburg und Klaus Kieschke verhindert und konnten nicht antreten.

 

Auch wenn es für Klaus Sommerschuh, Helfried Krause und Jürgen Leistikow nicht zum Pokalsieger reichte, so dürfen Sie sich nun ein Jahr lang als Vereinsmeister bezeichnen. Zunächst steht aber eine verdiente Sommerpause ins Haus. Danach heißt es wieder „hart“ trainieren, denn im Herbst stehen der Deutschlandpokal für Seniorenturner und die Landesmannschaftsmeisterschaften mit Kür-Übungen an. Da möchten die Seniorenturner vom TuS Hasseldieksdamm/Mettenhof wieder mitmischen. Das Leistungszentrum in Kiel bietet mit seiner Ausstattung beste Voraussetzungen, dass man sich für diese Wettkämpfe erfolgreich vorbereiten kann. Und noch kann keiner der Turner so recht glauben, dass mit  Heinz Nienhüser  nun  eine Turn-Ära  endgültig  zu Ende sein soll.

 

  (Klaus Sommerschuh / 22.6.2019